Eines meiner Leibgerichte in der Ukraine sind Wareniki (ukrainisch/russisch: Вареники). Es handelt sich dabei um Teigtaschen, die auf verschiedenste Weise gefüllt sein können: Es gibt sowohl herzhafte Füllungen mit Fleisch, Kohl, Kartoffeln oder Pilzen, als auch süße Füllungen mit Kirschen oder Beeren. Serviert werden sie eigentlich immer mit Smetana – der russischen Variante des Schmands – und mit zerlassener Butter. Bei süßen Füllungen wird gerne noch Zucker, Honig oder Konfitüre dazu gereicht. Es gibt nichts Besseres zum Nachtisch als in Butter schwimmende Wareniki mit Sauerkirschen und viel Smetana!
Die gefüllten Teigtaschen sind im gesamten Gebiet der ehemaligen Sowjetunion weit verbreitet und sehr beliebt – allerdings unterscheiden sich Aussehen und Bezeichnung der Spezialität von Land zu Land und von Region zu Region. Während die Teigtaschen in der Ukraine “Wareniki” heißen (unabhängig davon, ob sie süß oder herzhaft gefüllt sind), bezeichnet man in Russland lediglich die süß gefüllten als “Wareniki”, wohingegen die Teigtaschen mit herzhafter Füllung “Pelmeni” heißen. In den zentralasiatischen Republiken sowie in der Mongolei heißen die Teigtaschen “Manty” und unterscheiden sich auch in ihrer Form von Pelmeni oder Wareniki: Während letztere oft in Halbmondform vorkommen, sind Mantys etwas größer und ähneln – je nach künstlerischen Fingerfertigkeiten des Kochs – einem oben sorgfältig zusammengedrehten Säckchen.
Ob nun Wareniki, Pelmeni oder Manty – die Teigtäschchen findet man hier in fast jedem Restaurant und Straßenimbiss. Auch tiefgekühlt sind sie ein beliebtes Fertiggericht, das in den hiesigen Supermärkten mindestens so viel Raum einnimmt, wie in Deutschland die Fertigpizzen. Wie am Bonbon-Regal kann man seine favorisierte Sorte in beliebiger Menge eintüten und nach Gewicht bezahlen.
Zum Nachkochen können wir ein Pelmeni-Rezept besonders empfehlen. Es lässt sich auch mit deutschen Zutaten problemlos zubereiten und schmeckt hervorragend!
Rezept: Pelmeni sibirischer Art
Für den Teig:
- 400g Mehl
- 2 Eier
- ca. 100-150 ml Wasser
- 1/2 TL Salz
Für die Füllung:
- 500g Hackfleisch (gemischt)
- 1 Zwiebel
- 2 Knoblauchzehen
Zum Anrichten:
- 1 Becher Smetana (Schmand)
- einige Löffel klein gehackter krauser Petersilie
Zubereitung:
Mehl, Eier, Wasser und Salz zu einem glatten Teig verkneten und etwa 30 Minuten abgedeckt ruhen lassen. Währenddessen Zwiebeln und Knoblauch klein hacken, mit dem Hackfleisch vermischen und mit Salz und Pfeffer würzen. Anschließend den Teig auf einer bemehlten Fläche dünn ausrollen. Mit einem Glas (ca. 5 cm Durchmesser) runde Kreise aus dem Teig ausstechen und diese mit dem Hackfleisch befüllen. Dazu eine kleine Portion Hackfleisch in die Mitte des ausgestochenen Kreises legen und zu einem Halbkreis falten. Die Ränder aufeinander legen und gut verschließen. Die Enden des Halbkreises zusammenführen und fest zusammendrücken.
Zwei Liter Salzwasser (oder Brühe) zum Kochen bringen und die Pelmeni ca. fünf Minuten darin garen, bis sie an der Wasseroberfläche schwimmen. Die Pelmeni aus dem Wasser nehmen und auf einen tiefen Teller geben. Je nach Geschmack eine Kelle Brühe über die Pelmeni geben. Anschließend die Teigtaschen mit einem Klecks Smetana (Schmand) und klein gehackter, frischer Petersilie anrichten.
Wer sich die Arbeit etwas erleichtern möchte, kann sich eine “Pelmenitza” besorgen und auf einen Streich gleich eine ganze Portion Pelmeni herstellen, denn mit dieser Ausstechform aus Eisen können die Teigtäschen im Akkord befüllt werden.
Bildquelle Pelmenitza-Zubereitung: JonnyBrazil/Lizenz: CC-by-sa 3.0/de







Twitter
Newsletter
hallo,
wir sind im august für 4 tage in kiew und brauchen einen lokaltipp wo wir gut pilmeni essen können. wer kann uns helfen?
liebe grüße aus wien
oder auch warenki:-)